WUPPERSCHATTEN: Vernissage mit Musik und Lesung im Atelier AndersARTig
am Samstag, 07. März 2026, verschmelzen im Atelier AndersARTig in Solingen Malerei, Literatur und Musik: Autorin Lilian Muscutt zeigt zum ersten Mal ihre Malerei – zwölf abstrakte Werke, die eng mit ihrem Roman „Wupperschatten“ verwoben sind. Im Mittelpunkt stehen die fiktiven Geschwister Paul (*1918) und Anni (*1924).
Die Ausstellung umfasst zwei großformatige Gemälde („Paul“ und „Anni“) sowie die zehnteilige Bilderserie „Pauls Traumbuch“, für deren Entstehung die Autorin ihren eigenen Roman Seite für Seite auseinandergerissen hat.
Die Vernissage beginnt am Sa. 07.03.2026 um 14:30 Uhr. Am selben Tag findet um 17:30 Uhr die Wupperschatten-Lesung mit Musik statt: mit Lilian Muscutt & The Roan River Project, verteilten Rollen und eigens komponierten Songs zu den Romanfiguren.
Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.
„Malerei, Musik und Roman treten in einen Dialog miteinander“, erklärt Lilian Muscutt. „Dabei verschwimmen Grenzen: zwischen mir und meinen Romanfiguren, zwischen Text und Bild, zwischen Zeitgeschichte und Erfindung. Ich glaube an die Kraft der Fantasie – wir brauchen sie dringend.“
Ein besonderer Dank gilt Janine und Marc-Olivier Werner vom Atelier AndersARTig: „Weil sie diese Veranstaltung möglich machen und Kultur in unserer Stadt seit vielen Jahren unermüdlich unterstützen.“
Weitere Infos zum Hintergrund:
WUPPERSCHATTEN – MALEREI: PAUL und ANNI
„Paul“ und „Anni“ heißen die beiden großformatigen Gemälde (Acryl auf Leinwand, 160 × 120 cm), überwiegend in Blau- und Gelbtönen gehalten. Sie abstrahieren Szenen aus dem Roman Wupperschatten“. „Während des Schaffensprozesses stellte ich mir vor, wie Künstler Paul seine schmerzhaften Erinnerungen – und die seiner Schwester – in etwas Kraftvolles und Schönes verwandelt“, sagt Muscutt. „Beinahe fühlte es sich an, als habe Paul diese Bilder gemalt. Dabei ist er eine von mir erfundene Romanfigur.“
WUPPERSCHATTEN – BILDERSERIE: Pauls Traumbuch (Paul’s Book of Dreams)
„Ich habe meinen Roman Wupperschatten zerrissen“, sagt Lilian Muscutt. „Jedoch nicht aus Zerstörungslust: Seite um Seite löste ich die Blätter behutsam aus dem Buch, um mit einem neuen Medium weiterzuerzählen.“
Entstanden ist die zehnteilige Serie „Pauls Traumbuch“ auf Holzfaserplatten (Acryl auf MDF, 30 × 40 cm). Sie besteht aus fünf Bildpaaren, jeweils bestehend aus einer Textcollage und einer abstrakten Malerei.
Die Collagen zeigen englischsprachige Gedichte, von Hand mit Tinte auf Büttenpapier geschrieben, umrahmt von Fragmenten aus dem Roman: Pauls Kapitel. Pauls Stimme. Die Malereien antworten in Farbe und Struktur. Gemeinsam hängen die Werke an der Wand wie geöffnete Bücher.
Paul Wieden, eine fiktive Figur, wurde 1918 in Solingen geboren. Er war Schleifer, Hitler-Gegner, Maler und Dichter. Die englische Sprache lernte er von einem englischen Mitgefangenen, mit dem er bis 1945 im Zuchthaus Lüttringhausen inhaftiert war. Paul schrieb seine Gedichte ausschließlich auf Englisch: Im Nationalsozialismus war die deutsche Sprache für ihn ein Werkzeug der Vernichtung menschlichen Lebens – und damit künstlerisch nicht mehr zugänglich.
„Während des Arbeitsprozesses stellte ich mir vor, wie Pauls Schwester Anni Wieden, in meinem Roman eine Hüterin der Erinnerungen, Jahre nach Pauls Tod seine verblassten Gedichte neu ordnet, mit Füllfederhalter abschreibt und seine Gemälde aus dem Keller holt, um seine Geschichte dem Vergessen zu entreißen“, so Muscutt. „Im Buch ist sie eine komplexe Romanfigur, über deren dunkle Geheimnisse ich an dieser Stelle jedoch nicht zu viel verraten möchte. Es bleibt also spannend."
WUPPERSCHATTEN – LESUNG: Musik zu den Romanfiguren
Am Tag der Vernissage erwartet das Publikum die Wupperschatten-Lesung mit verteilten Rollen, Musik und Zeitgeschichte. Gemeinsam mit The Roan River Project (Robin Graff: Gesang, Gitarre | Andreas Merten: Gitarre) gestaltet Lilian Muscutt eine Performance, die eher einem Live-Hörspiel als einer klassischen Lesung gleicht.
Die Musiker untermalen die gelesenen Passagen des Bergischen Krimis musikalisch, präsentieren eigene Songs zu den Romanfiguren und übernehmen auch Lese-Passagen und Dialoge.
Unter anderem spielen sie einen selbst geschriebener Song in Gedenken an die Opfer des NS-Massakers in der Wenzelnberg-Schlucht bei Langenfeld. Der Text stammt von Romanfigur Paul (bzw. von Muscutt) und ist Teil einer Collage aus „Pauls Traumbuch“.
Wer Interesse hat, Lilian Muscutts Bilder zu erwerben und mit dem Kauf ihr nächstes Buchprojekt zu unterstützen, kann die Ausstellung besuchen oder die Künstlerin vorab kontaktieren: wupperbucher@gmx.de, wupperbuecher.de